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Das Leben Des Weltalls

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Josef Zezulka - BYTÍ - DAS DASEIN - Lebensphilosophie

DAS LEBEN DES WELTALLS

Es gab eine Zeit, in der im kosmischen Raum nur eine gasförmige, glühende, zerstreute Masse war und außer ihr Kraftzentren, (immaterielle energetische oder magnetische Punkte, die ihre eigene Konstruktion hatten und sich so im Weltall und auf solchen Bahnen bewegten, wie wir es heute bei den Planeten sehen). Sie waren die Basis der künftigen Planeten in energetischer Form. Im Weltall herrschte eine zentrifugale Wirkung – und deshalb die Zerstreuung der Materie.

So wie auf das Ausatmen das Einatmen folgt, so wirkte sich im Weltall der darauf folgende Einfluss aus, diesmal der Zentripetale, der den bisher Zentrifugalen ablöste. Durch seine Einwirkung wurden die Kraftzentren aktiviert und begannen, die bisher in der Umgebung zerstreuten glühenden Gase zusammenzuziehen. So entstanden aus den immateriellen energetischen Zentren die Materiellen, mittlerweile gasförmige Planeten. Durch die ständige Zentripetalkraft verdichteten sich die gasförmigen Planeten zu einer glühenden flüssigen Masse und als solche bewegten sie sich auf ihren vorbestimmten Bahnen.

Nach langer Zeit, aber in einem genauen Zeitrhythmus, griff in das Weltall ein weiterer Einfluss ein – diesmal Ruhe und Kälte. Durch diesen Einfluss beruhigte sich die Vibration der glühenden Moleküle im Weltall, die Masse der bisher glühenden und flüssigen Planeten begann langsam auszukühlen und zu erstarren. Auf der flüssigen Oberfläche tauchten langsam dunklere Flecken auf (so wie heute auf der Sonne), die ersten schwimmenden Festländer.

Je nach den Kräfteverhältnissen im Weltall kühlten einige Planeten schneller, andere, die näher vom Zentrum oder im Zentrum lagen, langsamer. Und so gelangte dieser Prozess bis in die heutige Zeit. Wir leben gerade in der Zeit der kosmischen Beruhigung – Abkühlung. In einem unmerklichen Bruchteil einer Sekunde dieses nur für uns zeitlich sehr langen kosmischen Prozesses. Das kosmische Leben in der Materie äußert sich je nach der Umgebung. Unser Planet befindet sich in einem gewissen Grad der Abkühlung, wo momentan die uns vertrauten Bedingungen herrschen. Unter diesen Bedingungen manifestiert sich das Leben so wie wir es derzeit erleben. So, wie der Wechsel dieser Lebensbedingungen fortschreiten wird, wird sich auch die Form und Weise unseres Lebens verändern.

Anders gesagt: Das Leben ist nicht nur das, was wir als solches kennen, sondern nach den, in welchen Bedingungen es sich gerade befindet, ist das Leben in seinen Formen sehr veränderlich.

Das Leben befindet sich in der „Podstata“, aus der alles hervorging, demnach auch das Weltall. Es existiert im ganzen Weltall, auf seinen Planeten und auch im interplanetaren Raum, einfach überall, in den verschiedensten möglichen Formen. Zum Beispiel gerade jetzt ist auch Leben auf der Sonne. Allerdings nicht in der Materie, so wie wir es in der Gegenwart auf unserem Planeten kennen.

Wir leben in der Zeit der Abkühlung des Planeten, im kosmischen Einatmen. Die Zeit schreitet weiter fort. Der Planet wird sich allmählich abkühlen. Auch die Sonne wird den gleichen Weg gehen. Das Leben wird seine Form verändern und alles wird auf einen weiteren Impuls warten, der einmal das Weltall durchgeht, um auf eine bemessene Zeit seine Herrschaft zu übernehmen. Es tritt ein kosmischer Einfluss des neuen Erglühens ein. Alle Planeten erglühen. Ihre Materie, die früher in Elemente und Verbindungen, Kristalle und Gesteine aufgeteilt war, und wo im Laufe der Zeit die organische Materie entstand, zerfließt wieder und wird einheitlich. Die Planeten werden in flüssigen Zustand übergehen und später in gasförmigen, aber immer noch werden sie in ihrem spezifischen Wesen existieren. Im Weltall wird die Ära des Feuers – der Glut herrschen. Sobald ihre Zeit abläuft, tritt wieder der zentrifugale Impuls ein. Alles geht auseinander. Die einzelnen Teilchen der Materie werden sich gegenseitig abstoßen. Im Weltall verbleiben nur Gase und immaterielle Kraftzentren. Aber das Leben verschwindet nicht. Die Kraftzentren werden weiter auf ihren ewigen Bahnen wie die Planeten fortschreiten und rings um sie wird sich im Verlaufe der Zeit nur die Umgebung ändern. Einmal kommt wieder ein zentripetaler Impuls, dann einer der Ruhe, weiter einer des Feuers und nach ihm ein zentrifugaler. Und in der weiteren Folge wieder ein zentripetaler und der Ruhe als konstruktiver Einfluss, in dem sich alles organisiert und entsteht, um durch einen Impuls des Aufglühens und des Auseinandergehens abgelöst zu werden, als ein destruktiver Einfluss in dem alles untergeht.

Und so sehen wir diese kosmischen Prozesse als konstruktive und destruktive, als ein Gesetz des Lebensrhythmus, den wir genau in gleicher Weise in anderen Zeitbereichen verfolgen können, wie ich schon angeführt habe. Zum Beispiel: In unserem Jahr ist konstruktiv Frühling und Sommer und destruktiv Herbst und Winter. Oder beim Mensch ist konstruktiv das Einatmen und die obere Pause und destruktiv das Ausatmen mit der unteren Pause. Es ist ein Rhythmus der gleich in seiner Wesenheit ist, der sich nur zeitlich im Schöpfungswerk unterscheidet. Aber dieses Unterscheiden nach Gebieten existiert nur in der Zeit. In der Zeitlosigkeit, im ewigen Dasein der Podstata ist und bleibt es in seiner Einheit bestehen.

Die kosmische Materie pulsiert. Sie erglüht und zerstreut sich, um sich wieder zu organisieren. Genauso ist es auch mit dem geistigen Teil. Die Vielheit zerstreut sich, um erneut wieder der primäre Teil zu werden, derjenige, der zu Beginn der Genese des Schöpfungswerks war. In der Glut der Begeisterung zergeht die organisierte psychische Form der Wesens-Vielheiten, um sich wieder zu finden und in Ruhe wieder die Wesens-Einheit zu schaffen, die uns in unserer Auffassung naheliegt und bekannt ist.

So lebt und pulsiert das Weltall. So pulsiert das gesamte Werk der Schöpfung, in dem das Weltall enthalten ist. So pulsiert alles, was ist!

Das Weltall atmet, atmet ein und aus, und wir mit unserer Lebenshistorie umfassen nur einen sehr geringen zeitlichen Teil seines Einatmens. Wie winzig und was für ein kleines Sandkörnchen sind wir doch in diesem riesigen Bauwerk! Wie zerbricht in dieser Erkenntnis die Wichtigkeit der menschlichen Persönlichkeit, was für ein erbärmliches Geschöpfchen in der Entwicklung ist das menschliche Würmchen und wie winzigklein ist sein Wissen. Hierher gehört Bescheidenheit und Demut, aber nicht als eine empfohlene Lehre oder eine aufgezogene Tugend, sondern als eine Lebens- Selbstverständlichkeit, die eine geläufige menschliche Eigenschaft sein sollte. Wenn wir uns des Atmens des Weltalls bewusst werden und in Erstaunen vor diesem ewigen und großen Geschehen stehen, sind wir sehr unansehnlich und unsere persönlichen Lebensprobleme sind verschwindend gering. Dann sind wir bescheiden und demütig. Nicht deshalb, weil wir so sein sollen, sondern deshalb, weil wir wissend und uns unserer Kleinheit bewusst sind. Ein unwissender Mensch, der nur im Rahmen einer Lehre oder Kirche diszipliniert wird, kann nur im Rahmen dieser Disziplin und nach den Vorschriften seiner Kirche bescheiden sein, aber dann ist es wirklich nur Disziplin. Derjenige, der in seinem Sinne zu höheren Erkenntnissen gelangt, der entwicklungsmäßig höher ist, der wird, wie schon erwähnt wurde, durch den Einfluss der Erkenntnis bescheiden in seiner geläufigen Auffassung, und damit in seinem eigenen Wesen.

 

 
 
 
 

Josef Zezulka - BYTÍ - DAS DASEIN - LebensphilosophieJosef Zezulka - BYTÍ - DAS DASEIN - Lebensphilosophie
Nach dem tschechischen Original Bytí – životní filosofie
Herausgegeber: © Tomáš Pfeiffer – Dimenze 2+2 Praha, Soukenická 21, 110 00, Prag, 2009
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© Tomáš Pfeiffer, 2009
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ISBN 80–85238–40–3

  

 
     
 
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