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Die Entwicklung Des Wesens

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Josef Zezulka - BYTÍ - DAS DASEIN - Lebensphilosophie

DIE ENTWICKLUNG DES WESENS

Weil alles das, was ist, alles das, was sich entwickelt – das ganze Schöpfungswerk auch mit seinem Leben, sich in der fundamentalen „Schöpferischen Vier“ befindet, muss sich diese auch im Verlauf der Entwicklung des Wesens geltend machen. Doch die Entw icklung gehört zum Leben, und daher muss ihr Rhythmus unbedingt sein Bestandteil sein. Und das ist er auch. Schauen wir

Die Entwicklung des Wesens verläuft in vier Phasen, die genau der Schöpferischen Vier entsprechen. Es handelt sich um die Lebensäußerung und die Wesens­Ent­

Die erste Phase charakterisiert sich durch passive Lebensäußerung und passive Entwicklung.

In der zweiten Phase ist schon eine aktive Lebensäußerung, aber noch eine passive Entwicklung.

In der dritten Phase ist eine aktive Äußerung und aktive Entwicklung.

 

Das Wesen beginnt sein erstes Leben als primitivstes elementares Wesen (man kann sagen als Virus). Es ist ein Leben pflanzlichen Charakters, das sich lange als Pflanze in der Entwicklungsreihe aufhält, und sich nach und nach in höhere und höhere Pflanzengattungen reinkarniert. Es ist dadurch gekennzeichnet, dass es nur passiv lebt. In diesem Entwicklungsstadium trifft das Wesen keine Entscheidungen. Im Laufe der Reinkarnierung gewinnt es Eigenschaften, die alle pflanzlichen Charakters sind. Es lebt passiv, und seine Umgebung wird lediglich durch seine Existenz beeinflusst. Es nimmt seine Umgebung passiv in Anspruch, soweit es zum Leben erforderlich ist. Wenn neben ihm das Leben einer stärkeren Pflanze beginnt, die allmählich seinen Platz einnimmt, unterliegt es diesem Lebensdruck. Gegen die feindlichen Impulse von außen her werden automatisch defensive Lebenskräfte angereizt und mobilisiert. Andere äußere Impulse werden nur passiv wahrgenommen. Es ist bekannt und offensichtlich, besonders bei höheren Pflanzengattungen, dass die Pflanze auf viele äußere Anregungen reagiert, nicht nur auf materielle, sondern auch auf vitale und psychische. Telepathisch reagiert sie auf das menschliche Einflüsse, d.h. auf die Ausstrahlung der komplexen menschlichen Werte. Aber nicht nur der menschlichen allein. Sie erkennt auch den Einflusswert anderer Tiere und Pflanzen. Je höher die Entwicklungsstufe des pflanzlichen Wesens ist, eine desto größere Palette der Wahrnehmungen vitaler und psychischer Eigenschaften weist sie auf. Aber es ist nur eine  Wahrnehmung, die sich im inneren Leben des Wesens der Pflanze zur Geltung bringt, aber eine nicht zu große Aktivität gegenüber der Umgebung hervorbringt. Wir können also sagen, dass die erste Phase des Wesens­Leben, das seinem Charakter nach pflanzlich ist, sich durch überwiegende passive Kundgebung kennzeichnet. Was die Entwicklung anbelangt, sie ist auch passiv. Sie wird vom pendelnden Gesetz der Reflexion getragen, und das Wesen der Pflanze hat keinen Einfluss auf ihren Fortgang, der ihrem Willen entspringen würde.

Die erste Lebensphase wird also durch die passive Lebensäußerung und passive Entwicklung charakterisiert. Mit ihrem Charakter entspricht sie der zentripetalen Kraft der Schöpferischen Vier, die ich mit „E“ bezeichne. Alles ist in das Innere des Wesens konzentriert. Das Wesen wird gebildet und gefestigt.

Einmal tritt im Leben des pflanzlichen Wesens eine Wende ein. Es ist ein wichtiger Grenzstein, der den bisherigen Lebensstil von einem neuen, radikal veränderten trennt. Im gereiften pflanzlichen Wesen tritt ein neues, revolutionäres Element an – und zwar die Lebensaktivität. Das Wesen geht vom pflanzlichen in das tierische Leben über. Anfangs natürlich in ein sehr primitives, das aber schon seine eigene Bewegung hat, und daher auch schon das erste eigene Entscheiden geltend macht. Es ist vielleicht das Leben eines  Aufgusstierchens oder ein noch niedrigeres, einfach das erste tierische Leben.

Für das Wesen bedeutet es eine große Krisenzeit. Es kommt eine revolutionäre Eigenschaft auf es zu. Auch sein Leben verändert sich revolutionär. Obwohl sich die revolutionäre Eigenschaft des Entscheidens nur im geringsten Maße bemerkbar macht, ist es etwas Neues, Ungewohntes und bisher Unvorstellbares. Das Wesen bringt sie anfangs nur zaghaft zur Geltung, aber im Verlaufe der Reinkarnationen gewöhnt es sich an sie.

Das erste Entscheiden ist das niedrigste. Es ist dieEntscheidung, ob es sich nach rechts oder nach links bewegen soll, nach oben oder nach unten. Im Verlauf der Reinkarnationen erscheinen weitere tierische Eigenschaften. Das Wesen wächst, reinkarniert sich ständig in höhere und höhere Leben, so, wie schon beschrieben wurde. Seine Lebensäußerung ist aktiv, aber seine Entwicklung verläuft immer noch auf dem passiven Weg. In dieser Phase entscheidet das Wesen noch nicht über sie. Es unterliegt völlig dem Gesetz der Reflexion, von dem es zu ständig höherer Vollkommenheit geformt wird.

Die zweite Lebensphase wird durch aktive Lebensäußerung charakterisiert, aber vorläufig nur durch passive Entwicklung. Mit ihrem Charakter entspricht diese Phase der Kraft des Feuers der Schöpferischen Vier, die ich mit „A“ bezeichne. Hier tritt zu dem Wesen der Elan, die Begeisterung über die Lebensäußerung, die Aktivität, die erhöhten Vibrationen seines Denkens.

Nun schreitet das Wesen durch eine lange Entwicklungsreihe von den tierischen Leben bis zum Menschen. Hier liegt eine neue Schwelle, die die zweite Phase von der dritten trennt. Der Mensch ist das erste Wesen in der Reihe der Geschöpfe, welches außer der aktiven Lebensäußerung auch schon die erste, vorläufig nur primitive und schwache Eigenschaft hat, die ihm erlaubt, auch an der eigenen aktiven Entwicklung teilzunehmen. Sein Urteilsvermögen verstärkt und erweitert sich. Dabei treten Eigenschaften in Erscheinung, die ihm die Möglichkeit zur tieferen Erkenntnis der Gesetzmäßigkeiten des Lebens erweitern. Es kam zur Erweiterung dessen, was wir als Intelligenz bezeichnen. Vorläufig, solange das Wesen Mensch ist, ist es nur ein anfängliches und sehr primitives Element der Entwicklungsaktivität, aber die Menschheit, wie wir wissen und ringsum beobachten, ist sehr stolz darauf, und hält es für das Höchste und Unübertreffliche. Momentan – in diesem Zeitabschnitt, in dem wir leben, sind wir das letzte Glied der Entwicklungsreihe und es gibt hier keine weitere, höhere Entwicklungsstufe des Wesens, mit welchen wir uns vergleichen könnten. Deswegen sind wir auf unsere „Intelligenz“ so stolz. Aber das hat nichts zu bedeuten. Das ist nur ein Seufzer des menschlichen Geschöpfes, das rings um sich die menschliche Dummheit sieht, die nicht nur zur Selbst vernich tung führen kann, sondern vielleicht auch zur Vernichtung des ganzen Planeten. Es ist auch ein Seufzer darüber, was den Menschen in seiner geistigen Entwicklung am meisten bremst.

Mit dem Entritt in die dritte Phase haben wir die Möglichkeit, anzufangen das Gesetz der Reflexion in den Ruhezustand zu bringen. Wir können es nicht aufheben. Das ist nicht möglich, weil es das Gesetz des Lebens ist, das alles Lebende begleitet, gleich ob es sich im Leben geltend macht oder sich in Ruhe befindet. Es wird das Wesen ständig begleiten und immer dann eingreifen, wenn das Wesen falsch begreift, oder gar nicht begreift. Vom Anfang der dritten Entwicklungsphase wird es mehr oder weniger die Entwicklung des Wesens korrigieren, während es sie bisher führte. Anfangs, soweit das Wesen in menschlichen Geburten geboren wird, macht es sich stark geltend, aber so ungefähr in der Mitte der Menschenleben beginnt sich seine Tätigkeit abzuschwächen. Das deshalb, weil der entwickeltere Mensch schon mehr seine Entwicklungsaktivität zur Geltung bringt. Die Wirkung jeder Entwicklungsphase greift an ihrer Grenzschwelle in die benachbarte Phase ein und beeinflusst sie. Daher läßt sich nicht genau beurteilen, ob die erste Geburt in der menschlichen Reihe an das Ende der zweiten Phase gehört, oder ob sie die dritte Phase anfängt.

In den ersten menschlichen Geburten ist die Wirkung des Gesetzes der Reflexion noch stark, welche im Weiteren schwächer wird. Die Entwicklungsaktivität macht sich nur langsam bemerkbar. Anfangs ist der Mensch sich ihrer gar nicht bewusst. Aber so ungefähr in der Mitte der menschlichen Geburten beginnt er sich schon markanter dafür zu interessieren, dass etwas mehr existiert als das, was uns unsere schwachen und spärlichen Sinne zur Wahrnehmung anbieten. Am Anfang beobachtet er nur die Natur und ist etwas verwirrt. Er ist bestrebt, sich verschiedene Naturerscheinungen im eigenen Sinne zu erklären, und beginnt sich zu fürchten. Er begreift nicht, wie alles gesetzmäßig zusammenhängt, und aus Furcht versinkt er in Demut. Er will die Natur irgendwie ordnen und begreifen. Gewöhnlich denkt er sich verschiedene Götter und Götzen aus, denen er dient, sie besänftigt, ihnen Opfer darbringt, und ist bemüht, diszipliniert zu leben. Dann beginnt er, einige religiöse Ansichten zu tolerieren. Weiter fängt er an sie auszusuchen, und sein Denken wendet sich oberflächlichen und oft naiven religiösen Vorstellungen zu. In den weiteren Reinkarnationen begnügt er sich nicht mehr mit dem blinden Glauben niederer Glaubenslehren, und seine kritische Beurteilung beginnt sich zu vergrößern. Weiter gleicht er sein „Ich weiß und glaube“ aus, und tritt den mehr aktiven und zielbewussteren Weg seiner Veränderung an.

Bisher war sein „Ich“ vorwiegend so, welch ein zeitlicher Einfluss Ihn beeinflusst hat. In der  gegenwärtigen Zeit, überwiegend zentripetalen. Er interessierte sich für sich selbst, für seine Veränderung, stand auf der Position seines „Ich“ und kümmerte sich um sich selbst. Arbeit an sich selbst. Er suchte verschiedene religiöse Zustand seiner Sinne, hier machte sich noch die Zentripetalkraft der ersten Phase geltend und der Elan der zweiten. Die antretende dritte Phase trägt einen neuen Entwicklungseinfluss.

Derjenige, der in seinen menschlichen Reinkarnationen schon die Hälfte der Geburten überschritten hat, und sich der Grenze nähert, wann er sich schon in eine reifere Entwicklungsart, als der Mensch ist, reinkarnieren wird (vorläufig, in gegenwärtiger Zeit, existiert diese Form auf unserem Planeten noch nicht), stellt sich schon auf eine höhere Position, als seine Person ist. Er empfindet sein „Ich bin“ schon sehr unpersönlich, also zentrifugal. Er erkennt und ist sich der höheren Gesetzmäßigkeit bewusst, um sich mehr dem Begreifen des „Ich bin alles, was ist“ zu nähern. Er gleicht sein „Ich weiß und glaube“ aus und bemüht sich um das Gleichgewicht seiner Eigenschaften, auch des Erkennens. Einfach gesagt, bei ihm verstärkt sich der Einfluss der dritten Phase.

Die dritte Lebensphase wird also durch aktive Lebensäußerung und aktive Entwicklung charakterisiert. Ihrem Charakter nach entspricht sie der Zentrifugalkraft der „Schöpferischen Vier“, die ich mit „I“ kennzeichne.

Hier beginnt der Mensch die Aktivität der Entwicklung. Nach vielen menschlichen Geburten reinkarniert er sich in eine höhere zoologische Entwicklungsgattung, die in unserer Zeit noch nicht existiert, jedoch in der zukünftigen. Dann in weitere und weitere. In Zukunft geht er durch viele und viele weitere zoologische Ent­wicklungsgattungen und wird sich langsam, der vierten, der letzten Phase nähern. Diese ist gekennzeichnet durch aktive Passivität. Für uns ist sie in einer sehr fernen Zukunft und hinter vielen und vielen Wesensgattungen. Die Wesen dieser Phase werden schon in ihrem eigenen Sinn mehr bis völlig untereinander verschmelzen, werden die Zweiheit, die Zeit, die Dimension, die Vielheit aufheben, und werden sich dem Begreifen sich selbst als Alles nähern. Für uns ist das noch ein wenig vorstellbarer Begriff. Es ist ungefähr in einem solchen Verhältnis des Begreifens, wie es die Pflanze gegenüber dem Tier hat. Wir können nur schätzen, aber nicht begreifen.

Die vierte Lebensphase wird durch aktive Passivität charakterisiert. Mit ihrem Charakter entspricht sie der Kraft der Ruhe der „Schöpferischen“ Vier“, die ich mit „U“ kennzeichne.

Am Ende der vierten Lebensphase wird das Wesen ungefähr in einem solchen Zustand des Bewusstseins sein, wo es Alles ist, was existiert, wann immer und wo immer. Es ist der Zustand der vollen Identität mit dem Schöpfungswerk, das knapp vor dem Verschmelzen mit der Podstata steht. Analogisch ist es die Beendigung eines Atemrhythmus, der auf verschiedenen Gebieten (Atem des Menschen, der Planeten, des Sonnensystems, des Kosmos usw.) sich als das Leben manifestiert. Es ist die Gesetzmäßigkeit der Schöpferischen Vier – des Schöpfungswerks – des Daseins. Mit dem Begreifen dieses Entwicklungsverlaufs welcher gesetzmäßig und logisch ist, kommt der Mensch näher zur Wahrheit und entfernt sich von den naiven Vorstellungen einiger unvollkommener oder durch Nichtbegreifen beeinträchtigter Lehren.

Zum besseren Begreifen des gerade beschriebenen Entwicklungsweges können wir uns ihn graphisch darstellen:

 

Vývoj bytosti

I – Pflanzliches Leben – Passive Verhaltensweise und passive Entwicklung

II – Tierisches Leben – Aktive Verhaltensweise und passive Entwicklung

III – Mensch – Übermensch – Aktive Verhaltensweise und aktive Entwicklung

IV – Höchste Lebensformen – Aktive Passivität

Ungefähr in dieser Zeit erscheint der Mensch.

 

 
 
 
 

Josef Zezulka - BYTÍ - DAS DASEIN - LebensphilosophieJosef Zezulka - BYTÍ - DAS DASEIN - Lebensphilosophie
Nach dem tschechischen Original Bytí – životní filosofie
Herausgegeber: © Tomáš Pfeiffer – Dimenze 2+2 Praha, Soukenická 21, 110 00, Prag, 2009
Alle Rechte vorbehalten. Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt.
Jede Verwertung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf deshalb der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages.
© Tomáš Pfeiffer, 2009
Informationen: www.dub.cz/de/
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ISBN 80–85238–40–3

  

 
     
 
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