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Das Leben Des Weltalls (Teil 6)

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Josef Zezulka - BYTÍ - DAS DASEIN - Lebensphilosophie

DAS LEBEN DES WELTALLS

So entstanden aus dem podstataischen Teil die Materie und der Geist als Bestandteil des Schöpfungswerks. Die beiden fundamentalen Teile sind absolut gleich, wie wir uns gerade begründeten, nur für unsere Betrachtung erscheinen sie verschieden, aber trotzdem, wenn wir sie begreifen, finden wir bei ihnen die gleiche Charakteristik. Beide sind ein einziger gleicher Gedanke, den wir Geschöpfe auf verschiedene Weise auffassen. Einmal als Materie und dann wieder als Geist. Beide haben die gleiche, fundamentale Charakteristik, d.h. die Zentripetalkraft, die Zentrifugalkraft, Feuer und Ruhe. Sie sind eigentlich ein einziger Gedanke, der in verschiedenen Bereichen der Schöpfung erscheint. Und dieser Bereich der Schöpfung, das ist nur ein aus unserem Erkennen entspringender Begriff. Mit unserem „Ich bin“ – unserem Begriff des Seins können wir dem Begreifen der podstataischen Einheit zugewandt sein (dann, wenn wir das vollkommenste Wesen sind, was aber für uns momentan noch in ferner Zukunft liegt), und dann nehmen wir die Aufteilung in Materie und Geist nicht wahr, sondern nehmen sie als einen einheitlichen Gedanken wahr. Oder wir nehmen diesen einheitlichen Gedanken als geteilt in Materie und Geist wahr, und zwar dann, wenn wir mit unseren Wahrnehmungen der Teilung zugewandt sind, also dem Schöpfungswerk (für uns ist es die gegenwärtige Zeit).

Das bedeutet, dass auch unser „Ich“, unser Begriff des Seins, so pulsiert wie alles. Einmal ist unser Eindruck konstruktiv (das ist die Zeit unserer Vollkommenheit), ein anderes Mal ist unser Eindruck destruktiv (das ist die Zeit unserer Unvollkommenheit, die heutige Zeit, in der sich unser „Ich bin“ gerade befindet).

Und so, wie alles pulsiert, so pulsiert auch unser Begriff vom Sein. Alles ist gleich und immerwährend, lediglich unsere Einsicht auf das alles liegt in der Zweiheit. Heute begreifen wir die Aufteilung von allem und auch uns selbst und durch diese Aufteilung schreiten wir. Für unser „Ich bin“ ist es die destruktive Ära, und wenn wir sie mit dem Jahresablauf vergleichen würden, dann ist es die Zeit des Herbstes und Winters. Im Vergleich zum Atmen ist es der Augenblick des Ausatmens und der unteren Atempause. Einmal kommt für uns aber wieder die konstruktive Ära, im Vergleich wie Frühling und Sommer, oder des Einatmens und der oberen Atempause. Dann wird unser Begriff des Seins wieder den ganzen Grundgedanken einheitlich erfassen – zurück in die ursprüngliche Einheit zusammengesetzt – zeitlos, ohne Fortschreiten. So pulsiert (pendelt) alles in zwei Ären, und wir sind uns des Fundaments des Lebens und seiner immerwährenden Kundgebung bewusst. So wechseln sich rhythmisch das Schöpfungswerk und der podstataische Teil und wieder das Schöpfungswerk und der podstataische Teil ab, immer weiter und weiter. So pulsiert unser „Ich bin“, als „Ich bin“‑allgemein und „Ich bin“‑abgetrennt und wieder Ich bin-allgemein und Ich bin-abgetrennt usw., immer weiter und weiter.

Dieser Lebenspuls – der Rhythmus des Geschehens – gehört dem offenbarten Schöpfungswerk, welches von seiner aufgeteilten Vielfalt (IA-UE) hinüber zum podstataischen Teil (O) pulsiert, und natürlich auch zu unserem Begriff des Seins, zu unserem „Ich bin“, das ein Teil des Schöpfungswerks ist. In der Podstata befindet sich dieses Lebenselement, so wie alles im Zustand der Ruhe, in zeitlosem Geschehen.

Das ist der weitere, dritte Bestandteil, den wir das Leben – Lebenskraft oder Vitalkraft nennen können, oder auch Seele. (Achtung, mit dem Wort Seele ist in einigen Lehren das Wesen gemeint. Hier ist die Lebenskraft gemeint.) Diese Lebenskraft mit ihrem Eintritt ins Schöpfungswerk begibt sich in Bewegung, pulsiert und die beschriebenen zwei fundamentalen Teile, die Materie und den Geist, belebt. Sie geht aus der Podstata hervor und teilt sich in zwei Zweige, wo einer die Materie und der andere den Geist durchdringt.

Und so haben wir uns die Lebenskraft begründet. Jene Kraft, die das gesamte Weltall – das ganze Schöpfungswerk durchströmt und belebt. Darüber, was Belebung und Lebenspuls bedeuten, wie ihre Genese und Gesetzmäßigkeit ist, wie wir sie verstehen, und die Kenntnisse zu unserem eigenen und auch allgemeinen Nutzen verwenden können, darüber werden wir in einem speziellen Kapitel sprechen.

Wir haben uns gesagt, dass wir auf der einen Seite die fundamentale Materie (anorganisch) und auf der anderen Seite den fundamentalen Geist (auch anorganischen) haben, und durch beide strömt die Lebenskraft aus der podstataischen Quelle. Die anorganische Materie ist also nicht leblos. Sie hat ihr Leben. Unter dessen Einfluss kristallisiert sie genau nach dem Charakter ihrer Elemente. Ebenso der Geist. Seine Komponenten leben analogisch, so wie die anorganische Materie.



Das Weltall hat ausgeatmet. Nun trat der Impuls der Kälte ein, und die konzentrierten Planeten begannen langsam auszukühlen. In den Sonnensystemen wirkte dieser Prozess von außenher, in Richtung Mitte. Am stärksten wirkte sich der Prozess der Abkühlung bei den entferntesten Planeten von der Mitte, von dem Kern der Sonnensysteme, also von den Sonnen aus. Er schritt Richtung Mitte fort, so dass die Planeten im Laufe der Zeit allmählich auskühlten.

Auf unserem noch glühenden und flüssigen Planeten bildete sich auf der Oberfläche langsam eine Kruste festerer Masse. Im Verlaufe des Abkühlens vergrößerte sie sich, bis die ersten Anzeichen festeren Landes auftauchten. Die Erdrinde wuchs an. Einmal trat die Zeit ein, wo sich das Wasser abtrennte, mittlerweile in Form von Dampf. Später schlug sich der Dampf zu Wasser nieder und fiel auf die Erde. Auf der heißen Erde verdampfte es schnell, stieg empor, erneut schlug es sich nieder und peitschte als warmer Regen auf die Oberfläche des sich abkühlenden Planeten. Irgendwann in jener Zeit entstanden auf der Erde solche Bedingungen, die erlaubten, dass sich das Leben angefangen hat zu manifestieren, so wie wir es kennen. Das Leben ging in neue Bedingungen über. Es änderte sich in seinem Ausdruck, änderte die eigene Charakteristik nach den gegebenen Möglichkeiten.

Die anorganische Materie des Planeten, welche im früheren gasförmigen und dann flüssigen Zustand einheitlich, kompakt war, begann sich aufzugliedern. Sie zerteilte sich in Elemente, die untereinander Verbindungen bildeten, sie gliederte sich in große Buntheit. Ihre einzelnen Arten kristallisierten in Formen, ihren Charakter entsprechend. Durch Erosion (erodieren des Bodens) formten sich Sedimente, Gesteine usw.

Auf der einen Seite war hier die anorganische Masse, und auf der anderen, mittlerweile nach unseren gegenwärtigen Vorstellungen, der nicht geäußerte, wir können auch sagen, anorganische Geist. Undifferenziert, einheitlich, analogisch, so wie die zeitlich mit ihm parallel verlaufende anorganische Materie. Mit dem Wort anorganischer Geist ist hier der geistige Teil gemeint, der aus der Podstata hervorging, sich von ihr abtrennte, und hier (grob gesagt) das Baumaterial zum Bau des darauf folgenden psychischen (oder geistigen – nämlich mentalen) Teils bildet. In seinem fundamentalen Aufbau manifestiert sich selbstverständlich die „Schöpferische Vier“. Das bedeutet, dass er in seinem Aufbau den vier fundamentalen Kräften entspricht, genau so wie die Materie, und übrigens genau so wie alles, was nach unseren Begriffen ist, was überall existiert. Er ist das Baumaterial für seinen Bereich, aber nicht der Plan, nach dem geschaffen wird. Das ist der zentrale geistige Teil, der in der Genese mit „O“ bezeichnet wird.

Einmal kam also die Zeit, in der sich das Leben durch ein andere Art als bisher manifestieren konnte. Auf dem Planeten entstanden Bedingungen, unter denen sich die anorganische Materie mit dem anorganischen Geist verbinden konnte, um so eine neue Lebensform zu bilden, für irgendeinen Zeitabschnitt des kosmischen Ausatmens. Für irgendein kurzes Weilchen des kosmischen Atmungsrhythmus, aber von unserer Sicht aus für einen sehr langen Zeitraum. Einen für uns sehr langen und sehr wichtigen, insofern wir fähig sind, nur einen schmalen Ausschnitt des gesamten Lebensspektrums aus der Sicht des organischen Wesens zu überblicken.

Der Anteil der anorganischen Materie und der Anteil des anorganischen Geistes verbanden sich. Anfangs war es die einfachste, primitivste Verbindung, welche das erste, einfachste Wesen bildete. Es war das Wesen eines kleinen Bestandteils der Materie und eines ihr analogisch entsprechenden kleinen Bestandteils des Geistes. Es war die erste Wahrnehmung des materiellen Seins, die erste Wahrnehmung „Ich“ in der Materie. Vielleicht könnten wir ein solches anfängliches Wesen als „Virus“ bezeichnen. Es bestand hier die von der anorganischen Materie übertragene Fähigkeit – das Schaffen einer Form. Hier war auch die Fähigkeit, die vom anorganischen Geist übertragene – das Schaffen einer Eigenschaft analogisch mit Materie im geistigen Sinne, d.i. die Schaffung einer entsprechenden Eigenschaft. Die anorganische Materie trug die zentripetale Eigenschaft, eine individuelle kristallische Form zu bilden, und so trug also der anorganische Geist die gleiche Eigenschaft, um einen zentripetalen Begriff zu bilden, welcher vom Begriff des gesamten Daseins das eigene „Ich“ trennte. So entstand eine individuelle Materie und ein individueller Begriff des Seins, also das erste „Ich bin“, getrennt vom Ganzen! So bildete der erste abgetrennte Teil des Geistes in seiner Verschlingung die erste organische Materie, die vom ersten Begriff des Seins durchdrungen war, also das erste inkarnierte WESEN.

Dieses Wesen durchlebte das erste Leben, und gewann damit so die erste Wahrnehmung und die erste Erfahrung der neuen Lebensäußerung. Es schöpfte aus der umliegenden Materie sowie auch aus dem umliegenden Geist, wuchs an materiellem Umfang an, und auch auf psychischer (geistiger) Potenz. Es teilte sich in weitere gleiche Wesen, wuchs weiter heran und teilte sich wieder. Die Anzahl dieser Wesen wuchs. Alte starben ab, neue wurden geboren. Verschiedene äußere Einflüsse, wie z.B. Temperaturveränderungen, Veränderungen der Kräfteverhältnisse, atmosphärische Einflüsse u.ä., brachten den neuen Wesen neue Erfahrungen. Durch diese wurde die psychische Komponente ergänzt, die sich mehr entfaltete. Damit änderte sie sich in Richtung Vollkommenheit ihre (bildlich gesagt) „psychische Form“ (dieser Ausdruck wird im Zusammenhang mit der psychischen Komponente weiterbenützt).

Weil die materielle und die psychische Form des Wesens sich in gegenseitiger Wechselbeziehung befinden, wurde die Schaffung einer neuen, anfangs nur unmerklich differenten Gattung, mit dem Wachsen der geistigen Form bedingt.

Und so zweigte sich von der neuen Wesensgattung im Laufe der Zeit ein weiteres Entwicklungwesen ab und so entstand auf unserem Planeten im Laufe der Zeit eine größere bunte Vielfalt von Wesen. Die neu entwickelten Arten vermehrten sich, es begann eine neue Art des Lebens – das Leben des Wesens.

 

 
 
 
 

Josef Zezulka - BYTÍ - DAS DASEIN - LebensphilosophieJosef Zezulka - BYTÍ - DAS DASEIN - Lebensphilosophie
Nach dem tschechischen Original Bytí – životní filosofie
Herausgegeber: © Tomáš Pfeiffer – Dimenze 2+2 Praha, Soukenická 21, 110 00, Prag, 2009
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© Tomáš Pfeiffer, 2009
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ISBN 80–85238–40–3

  

 
     
 
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